Hallo, ich bin Bert, der Bär von Arthur
Arthur ist ein Junge, 9 Jahre alt. Er war kürzlich in einem Krematorium und ich durfte mit. Wir wussten nicht, was alles in einem Krematorium passiert und Arthur konnte den freundlichen Herrn dort alles fragen. In dieser Geschichte kannst Du lesen, was wir von ihm erfahren haben.

"Was passiert alles, wenn jemand tot ist?", fragte Arthur.
"Wenn jemand gestorben ist, dann wird ein Bestattungsunternehmen angerufen. Ein Bestatter (oder eine Bestatterin) kommt dann in das Haus der Familie um dort die Wünsche für die Bestattung des toten Menschen zu erfahren und die Angehörigen zu beraten. Dann sorgt er dafür, dass der oder die Verstorbene gewaschen und ordentlich gekleidet in einen ausgesuchten Sarg gelegt wird. Das nennt man Aufbahrung. Jeder verstorbene Mensch wird entweder bestattet - also im Sarg auf dem Friedhof begraben - oder eingeäschert. Wenn sich die Familie für eine Einäscherung entscheidet, wird der Tote in einem besonderen Ofen verbrannt, so dass von ihm nur noch ein wenig Asche übrig bleibt. Diese Verbrennung erfolgt in einem Krematorium."

"Tut das denn nicht weh?", sorgte sich Arthur.
"Nein", erklärte der freundliche Herr. "Wenn jemandem tot ist, spürt er das nicht mehr."

"Was geschieht genau im Krematorium?", wollte Arthur wissen.
Der Herr vom Krematorium: "Vor der Einäscherung des Toten wird oft eine Trauerfreier gehalten. Hierdurch hat man die Gelegenheit, Abschied zu feiern von dem Verstorbenen. Das wird oft in der Kirche gemacht, oder aber im Krematorium. Beim Krematorium angekommen, wird die Familie in einem Familienzimmer empfangen. Die anderen Menschen werden in einem weiteren Raum geleitet. Inzwischen wird der Sarg vom Bestatter aus dem Wagen geholt und in der Feierhalle aufgestellt. Um den Sarg liegen schöne Blumen und Kränze. Es können auch Zeichnungen sein, die Kinder selbst gemalt  haben. Meist brennen dort auch Kerzen. In der Feierhalle wird in einer Trauerfeier Abschied genommen von dem Verstorbenen."

Arthur: "Muss eine Trauerfeier immer traurig sein?"
"Nein, eine Trauerfeier kann auch sehr schön sein", erklärte der Mitarbeiter des Krematoriums. "Ein würdiger Abschied muss nicht traurig sein. Es gibt auch Leute, die den Tod als etwas Schönes sehen. Oft bedeutet der Tod auch eine Erlösung von qualvollen Schmerzen während einer schweren Krankheit. Viele Leute glauben auch an ein weiteres Leben nach dem Tod. Während der Feier sprechen oft ein Pfarrer, ein Familienmitglied oder Bekannte des Toten. Diese Menschen erzählen dann etwas über den Verstorbenen oder über Ereignisse aus seinem Leben oder tragen ein schönes Gedicht vor. Oft wird während der Abschiedsfeier auch Musik gespielt. Diese Musik wird meistens von der Familie ausgewählt; aber es kann auch sein, dass der Verstorbene die Musik vor seinem Tod selber ausgewählt und seinen Wunsch irgendwo aufgeschrieben hat."

Arthur: "Und was passiert danach?"
"Wenn die Abschiedsfeier vorbei ist, gehen alle Leute in einen Kaffeeraum, wo die Gäste den Hinterbliebenen ihre Anteilnahme am Tod zum Ausdruck bringen, ihnen die Hand geben und herzliches Beileid wünschen. Das nennt man kondolieren", erklärte der Mann des Krematoriums. Und: "Alle Teilnehmer der Trauerfeier bekommen hier wahlweise eine Tasse Kaffee, ein Glas Limonade, ein belegtes Brötchen oder ein Stück Kuchen.

"Und was passiert mit dem Verstorbenen?", fragte Arthur.
"Wenn alle Leute die Trauerhalle verlassen haben, wird der Sarg zum Ofenraum gebracht. Die Blumen werden meistens am Ausgang des Krematoriums hingelegt, damit Du sie beim Weggehen noch sehen kannst. Im Ofenraum wird der Sarg mit dem Verstorbenen verbrannt. Der Ofen ist sehr heiß, ungefähr 1 000 °C. In den Ofen passt nur ein Sarg und die Kremierung dauert fast 1 1/2 Stunden. Nach der Verbrennung bleibt nur Asche übrig. Diese Asche wird in einer Urne gesammelt."

"Wie sieht so eine Urne aus?", wollte Arthur wissen.
"Eine Urne sieht meistens aus, wie eine schöne Vase mit einem Deckel darauf", erklärte der Befragte. "Sie kann aus vielen Materialien gemacht werden, wie z. B. Holz, Metall, Glas oder Porzellan."

Arthur: "Und was passiert dann mit der Asche?"
"Die Familie entscheidet, was mit der Asche geschieht. Es gibt viele Möglichkeiten.
In Deutschland müssen die Urnen auf dem Friedhof begraben werden. Seltener können sie dort auch in einer vorhandenen Urnenwand beigesetzt werden. Eine solche Wand mit vielen Nischen für die Urnen bezeichnet man auch als Kolumbarium. In anderen Ländern kann die Asche sogar in den Weltraum geschossen werden, so dass sie lange Zeit die Erde umkreist und dem Himmel besonders nahe ist. Im Ausland darf die Aschenurne sogar einen Ehrenplatz in der Wohnung der Angehörigen erhalten. Ja, dort ist es sogar möglich, einen kleinen Teil der Asche in einer klitzekleinen Urne, die man dann Medaillon nennt, am goldenen Kettchen um den Hals zu tragen; so kann man dem geliebten verstorbenen Menschen stets ganz nahe sein", berichtete uns der freundliche Herr vom Krematorium.

Wie Du siehst, haben Arthur und ich an diesem Tag viel erlebt und gelernt. Ich hoffe, dass Dir jetzt auch alles klar geworden ist und dass hier die meisten Fragen beantwortet wurden.
Es grüßen Dich Arthur, Bert, der Bär und - selbstverständlich - auch der freundliche Herr vom Krematorium.

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